Working Paper · 2026
Strategien scheitern nicht immer an der Umsetzung. Manchmal wurden sie für eine Organisation geschrieben, die es so nicht gibt.
Albert und Whettens Definition lautet zentral, überdauernd, unterscheidend. Das Paper ersetzt überdauernd durch in Verhandlung. Was überdauert, ist kein substanzieller Kern, sondern das habituelle Muster, nach dem eine Organisation ihr Selbstverständnis verhandelt.
Organisationale Identität ist die dynamische Spannung zwischen dem strategischen Anspruch einer Organisation und ihren gelebten Taten.
Diagnostisches Modell
Formulierter Anspruch
Was die Organisation über sich sagt und nach außen als Selbstbild stabilisiert.
Verhandlungsmuster
Die habituelle Art, mit der Spannung zwischen Anspruch und gelebter Realität umzugehen.
Gelebte Realität
Was Entscheidungen, Routinen und beobachtbares Verhalten tatsächlich hervorbringen.
Publikation
Concept-DOI
10.5281/zenodo.20343665
Empfohlene Zitation
Melchers, C. (2026). Organisationale Identität als Verhandlung: Eine Revision des Überdauerungskriteriums und ihre Implikationen für die Strategy-Execution-Gap (Working Paper, Version 1.1). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.20622167
Verschobene Leitfrage
Von: Wie setzt eine Organisation ihre Strategie besser um? Zu: Für welche Organisation wurde diese Strategie eigentlich geschrieben?
Konsequenz für die Praxis
Sobald eine Organisation die Spannung zwischen Anspruch und gelebten Taten ernsthaft untersucht, beginnt sie sich zu verändern.
Die Null-Stunde beginnen